Kinder und Klimaschutz

Setzt man sich mit den Fakten zum Klimawandel auseinander, so kann einem angst und bange werden. Als Eltern und Pädagogen bzw. Pädagoginnen kommt es darauf an, Heranwachsenden eine altersgerechte Begleitung bei der Aufklärung und Bewältigung von Gefühlen zu bieten.

(Im Folgenden ein paar Einschätzungen von uns persönlich, Studien sind uns hierzu nicht bekannt.)

Wie bei allen Themen, die für Erwachsene Gefühle des Bedrohtsein auslösen, gilt es für kleinere Kinder eine Art Schonraum zu schaffen, in dem sie nicht die volle Wucht der Emotionen ihrer Eltern erleben müssen. Gleichzeitig gilt es, ihnen nicht vorzugaukeln, das alles für die Eltern gut ist, wenn es das gar nicht ist. Es hilft wachsam dafür zu sein, welche Fragen sehr junge Kinder stellen, um ihrem Alter gemäß Antworten zu geben, die ihnen einerseits angemessene Zuversicht geben und sie aber Gesprächsfetzen oder Medienerlebnisse einordnen lassen.

In einer Zeit, in der ältere Geschwister oder das Radio stetig von der Klimakatastrophe erzählen, ist es nicht möglich, Kinder von dem Thema fernzuhalten. Eine geeignete Aufklärung kann das Kinderbuch „Wie viel wärmer ist 1 Grad“ vom Beltz-Verlag bieten. Gemeinsam mit den Kinder kann man sich den Themen hier stellen. Es ist für Kinder ab 7 Jahren gedacht.

Bei älteren Kindern und Jugendlichen, die sich für Klimaschutz interessieren, erleben viele Eltern, dass sich der Einbezug in einer Organisation als sehr hilfreich erweist. Wenn sich Heranwachsende in einer Gruppe organisieren – sei dies BUND Naturschutz, LBV, Waldjugend, Pfadfinder oder andere – dann ist es in der Regel leichter, mit den emotionalen Herausforderungen umzugehen, die eine Auseinandersetzung mit der Klimakrise mit sich bringt. Die Möglichkeit, aktiv etwas zu tun und im Austausch mit Peers zu stehen, ist sehr stabilisierend. Das Bundesministerium für Umwelt hat acht Tipps zusammengestellt, die auch dabei helfen können, ins Handeln zu kommen. Die Seite oekoleo.de sammelt viele Beiträge zum Thema und bereitet sie für junge Menschen auf.

Generell gilt – wie bei allen pädagogischen Fragen – dass insbesondere das Vorbild wirkt. Gelingt es uns als Eltern, aktiv mit den privaten Aufgaben, vor denen wir uns in der Auseinandersetzung mit der Klimakrise gestellt sehen, zu bewältigen, dann stärkt das auch unsere Nachkommen. In Zeiten des gesellschaftlichen Wandels scheint es uns dabei besonders wichtig, respektvoll bzw. liebevoll mit den verschiedenen Anteilen in uns selbst und auch bei anderen umzugehen: der eigenen inneren Umweltsau, den Schulgefühlen, der Ungeduld, dem Schuldzuweisen, der Verzagtheit und vielem mehr.

Die Psychologists for Future Deutschland haben ein spezielles Angebot für Engagierte, die im Rahmen ihrer Aktivitäten für den Klimaschutz Hilfe brauchen. Hier besteht auch die Möglichkeit, Themen, die bei der Erziehung von Kindern schwer auf dem Herzen lasten, anzusprechen: https://psychologistsforfuture.org/unterstutzung-fur-engagierte/